Christina: Boah da musst Du irgendwie sowas schreiben wo wir so richtig gut bei wegkommen.
Walli: Ja, irgendwie sowas wie "wir sind die Geilsten".
Ja, so fing der Abend gleich an. Voll Druck ich muss doch was total geiles über alle schreiben. Die Köln Girlz Christina und Anne sind wieder zu Besuch und dann kam auch noch Schwester Arzu vorbei. Küche bis oben hin voll mit Mädchen. Obwohl Arzu nimmt ja kaum Platz weg. Die kann man notfalls auch ins Regal stellen oder in die Schublade legen, wenns an Stühlen mangelt. Wenn wir n Vorgarten hätten dann würde sie größenmäßig zwischen den Gartenzwergen kaum auffallen. Dazu gabs n bisschen wat zu süffeln und n bisschen wat zu futtern, die Nägel wurden mit nem revolutionären Nagellack verschönert, es wurde viel geraucht und jede Menge Tratsch und Gespräche über Jungs und Schminke und Promis und Jungs. Da wird nüscht ausgelassen. Hatta sich gemeldet, wann hatta sich gemeldet, wie hatta sich gemeldet, warum hatta sich gemeldet und wat bedeutet dit nu eigentlich alles? Da wird das Styling bewertet, einzelne Körperteile analysiert und festgestellt wie er denn nun knutscht bevor überhaupt geknutscht wurde. Da wird ma so richtig schön das gefährliche Halbwissen in Hobbypsychologie ausgeschlachtet und ehrlich gesagt kann jeder Mann nur wahnsinnig froh sein, dassa nich dabei is. Denn er würde Komplexe kriegen, janz doll weinen und eventuell verschiedenste Selbstmord-Strategien googeln. Walli hält da glaub ick och am wenigsten n Blatt vorn Mund. Die quatscht echt alles aus. Manchmal auch versehentlich. Einer der besten Sätze kurz nachdem ich sie kennenlernte war im Büro vor versammelter Mannschaft zu sagen "Ich geh jetzt zum Arzt. Aber ich sag Euch nicht welcher!". Ganz groß Walli! Bin bis heute nicht dahinter gekommen bei welchen Arzt Du warst....
Da ich wusste das Christina das gefallen würde gab es ne ordentliche Ladung Shepherd's Pie. Is n Klassiker in jedem englischen Pub. Geht immer! Das Ganze in nem schicken Edelstahl-Bräter den ich nem wahnsinnig berühmten Fernsehenstar abgeluxt hab. Wahnsinnig berühmt is der. Arbeitslos. Aber wahnsinnig berühmt. Will jetzt keinen Namen nennen. Sonst kriegt die Presse noch Wind davon, dass er mal im Besitz eines Edelstahl-Bräters war.
Leider dachte ich es wär voll schlau da nen Deckel im Ofen drauf zu lassen, deswegen wars ein wenig zu flüssig. Trotzdem gut und alle Teller leer geschleckt aber nächstes Mal lieber ohne Deckel, damit die Flüssigkeit nur unten beim Lamm bleibt und oben allet schön überbäckt.
Apropos Lamm. Unser lieber und leicht bekloppter Freund Simon saß an diesem Tag in Köln und hatte Geburtstag. Er bekam Wind von dem Lamm. Fand er nicht gut. Is Veganer. Blöd wa? Möchte an dieser Stelle aber nochmals versichern, dass das Lamm sehr fein gehackt war und definitiv tot. War auch nicht mehr so blutig und wir haben auch alles verwenden können. Aus dem Fell haben wir unsere Stiefel ausgefüttert und die Knochen haben wir zu Schmuck verarbeitet. Aus den Innereien basteln wir ne janz tolle Überraschung für unsere Lieblingsnachbarin unter uns. Da kommt nix weg! Is doch dann okay oder?
Shepherd's Pie
Brauchste für nen großen Edelstahlbräter voll:
- 1kg Lammschulter ohne Knochen - am Besten als Hack
- 1 große Dose Tomaten
- ein paar Rosmarinzweige
- 2 Karotten
- 2 rote Zwiebeln
- 2 Knoblauchzehe
- 1kg Kartoffeln
- bisschen Milch
- bisschen Butter
- 250ml Gemüsefond (wer total fancy is Lammfond)
- ne Packung Bacon
- bisschen Mehl
- Salz, Pfeffer, Olivenöl
Machste:
Karotten, Bacon und Zwiebeln grob hacken, Knoblauch fein hacken. Das schöne leckere, nicht mehr blutige aber definitiv tote Lamm leicht einmehlen, salzen und pfeffern und dann ab inne heiße Pfanne oder den schönen Edelstahl-Bräter bis allet schön braun is. Karotten, Zwiebeln und Knoblauch dazu, sowie ein paar von den Rosmarin-Blättchen. Mit den Tomaten und dem Fond ablöschen und gut durchrühren, sonst bleibt wat an Boden kleben. Alles ne gute Stunden bei 190Grad in den Ofen stellen.In der Zwischenzeit die Kartoffeln schälen und weich kochen. Wasser abgießen, bisschen Milch dazu und n fettes Stück Butter und alles zu Brei vermatschen. Kleine handvoll Rosmarinblätter abzuppeln und in ner extra Pfanne leicht knusprig anbraten und zum Brei geben. Das tote Tier aus dem Ofen holen, Kartoffelnbrei drüber und noch weitere 25-30 Minuten in den Ofen hauen. Temperatur vielleicht auch noch n bisschen höher stellen.
Dazu Gin mit Gingerale, Wodka mit Club Mate, Aperol mit Weisswein, SchwippSchwapp und Eiswürfel. Passt alles super. Hat keiner gekotzt!




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