Sonntag, 20. November 2011

Pony Dessert

Zweiter Teil des Sucht & Ordnung Abends, denn wenn die schöne Anne schon mal da is kann man sie ja nicht nur mit nem lapidaren Poseressen abspeisen. Da gehört noch n schnieker Nachtisch dazu. Genauso einfach und posermäßig aber lecker!

Während das Nachtischlein im Ofen vor sich hinbrodelt ließ ich mir von Walli noch schnell den Pony schneiden. War dringend nötig nachdem ich eine Woche zuvor ein leicht traumatisches Erlebnis beim Friseur hatte. Wollte eigentlich nur schnell mal nach der Arbeit die Ponyfransen etwas stutzen lassen, um wieder ausn Augen kieken zu können. Wollte danach flink nach Hause und für Schwester und Walli kochen. Aber dit mit den flink sah der Friseur anders. Aus den von mir eingeplanten 10 Minuten wurden 40. Eigentlich hätt ick dit wissen müssen als ich reinkam und Jasmin Tabatabei dort sah. Boah wie ick die ätzend finde! So so soo doll ätzend find ick die! Und ich hatte mir immer mal vorgenommen ihr ne Koppnuss zu verpassen, sollte ich sie jemals treffen. Für das saudoofe Geschwafel in ihren Interview, für die Selbstverliebtheit in den Gequirlten Mist der ihren Mund verläßt und für die unsäglich miesen Filme. Tat ich dann aber nicht. Macht man dann irgendwie doch nisch so, wenn die Person dann da so steht. Jut aber wenigstens ihr schlechtes Karma hätt ich riechen sollen aber da hat mein Antennenzeug im Kopp wohl nich jeschaltet...

"Nur Pony schneiden?"
"Ja, will nur wieder wat sehen"
"Gut, warte ich such Dir mal jemanden. Setz Dich doch so lange noch"

Ich tippte wild in mein Handy, um Walli mitzuteilen, dass diese blöde Tabatabei beim Friseur is und es mir in den Finger zwickt und da kam er. [dramatischen Sound hier einfügen] Er stellte sich mit einem japanischen Namen vor den ich schneller vergaß als er ihn aussprechen konnte. Sprach kaum deutsch und nur wenig englisch. Die nächste 30 Minuten (ich war nur zum Pony schneiden da!!!!) verbrachten wir mit einer unverständlichen Sprachmischung aus deutsch, englisch, Sushi-Sorten, Hände, Füße und Haare.

"Einfach nur kürzer und an den Seiten etwas länger damit dis nich so doof aussieht, wenn ich n Zopf mache". Und das ganz auch noch auf Englisch und in Zeichensprache. Er lächelte und tat als hätte er mich verstanden. Dann gings los erst mit ner Mitleidsnummer. Er kommt eigentlich aus Tokio und musste hier herkommen, denn er hatte dort 14 Jahre lang einen eigenen Friseursalon aber der wurde durch Fukushima zerstört. Ohhhhhh denkt man erst. Aber dann fing er an mit seinen Komplimenten von wegen es gibt ja so schöne Frauen hier aber ich wäre definitiv die schönste die er je frisieren durfte. Ja nee is klar auf jeden Fall. Und so tolle Haut und diese Haare und überhaupt wie ich lächle und ob ich denn gerne japanisch esse und und und und. Wurde irgendwann etwas viel und ich war irgendwann n bisschen irritiert. Wie gesagt ich wollte nur mal schnell Pony schneiden. Er schnitt auch was aber durch das viele Angebagger bekam ich das gar nicht so genau mit. Als er dann anscheinend fertig war, nahm er sich noch in Ruhe Zeit mit dem kleinsten Kamm der Welt mir jede Haarsträhne einzeln durchzukämmen. Dauert ja bei so vielen langen Haaren auch fast gar nicht lange. Dann nahm er mit den Kittel ab und ich dachte ich kann endlich gehen. Nix da! "Please stay" sagte er aufgeregt und rannte kurz weg, um kurz darauf mit einer Serviette wiederzukommen. Er knüllte sie so, dass er eine kleine Spitze daraus formte, bat mich die Augen zu schließen und pinselte mit dieser Serviettenspitze ungelogen 5 Minuten jedes einzelne Häarchen aus meinem Gesicht. Jedes einzelne!!! Pinsel hier, Pinsel da und da noch n bisschen und da. ALTA!!! Gut, endlich fertig. Schnell zum Thresen vor. Der kleine Japanese rennt durch den (vollen) Laden, um meinen Mantel zu holen in den er mir natürlich zuvorkommend reinhilft, die Kapuze zurechtrückt und mich glücklich anlächelt. Um mich rum stehen mindestens sechs Leute und kieken schon komisch. Und was macht der Japaner? In einer sehr sehr lauten Flüsterstimme ruf-flüstert er mir ins Ohr "I'm here EVERY day". Pling. Birne wird knallrot. Wer mich vorher nicht angestarrt hat glotzt jetzt definitiv. So schnell hab ich nen Laden noch nie verlassen. Weg war ich!

Zu Hause angekommen merke ich, dass der Pony kaum geschnitten is. Kann immer noch nicht richtig sehen und die Enden die länger bleiben sollten hat er einfach gar nicht geschnitten. Super gelaufen die ganze Aktion! Also musste - trotz Wodka Club Mate - die Walli ran bevor wir in die Nacht mit Vicky Leandros, der Yeti Attacke und Pimms No.1 aufbrachen. Anne hielt das ganze fotografisch fest, wovon das Meiste glücklicherweise direkt wieder gelöscht wurde.Jede Pore hat se eingefangen. Dis will doch keiner sehen!

Früchte Cobbler mit (aus faulheitsgründen nicht selbstgemachter) Vanillesoße

Brauchste für 6 Schälchen oder eine große Form:
  • 1 Sack Tiefkühl-Beeren-Mischung
  • 1 Apfel
  • Aceto Balsamico
  • 50g Zucker
  • 200g Mehl
  • gehäufter EL Backpulver
  • 100ml Buttermilch
  • Prise Salz
  • 100g Butter
Früchte in Topp, Apfel in kleine Stücke schneiden und in Topp, ordentlichen Spritzer Balsamico Essig in Topp (wahlweise auch noch n bisschen Zucker wems nicht schon süß genug is). Allet einmal aufkochen lassen und in ne große Form oder mehrer Förmchen füllen.
Mehl, kalte Butter und Backpulver in ner Schüssel mischen. Zucker und Salz zugeben und ordentlich mischen. Buttermilch und die Masse rühren, so dass ne klebrige Masse entsteht. Die Kleben dann über die Früchte geben, mit etwas Zucker bestreuen und bei 200 Grad ca. ne halbe Stunde in den Ofen hauen. Mit Vanillesoße servieren und sich über die warmen Vitamine freuen! Mmmh hat die Anne gemacht, alles augekratzt und Wallis Reste noch weggeschleckt. Mehr Komplimente kann man für so easy peasy Nachtisch kaum kriegen!





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